AG Burgberg startet das Jahr 2019 mit einer besonderen Wanderung


Einige der Mitglieder des Heimatvereins, die sich insbesondere für die Geschichte des Kapitelsberges, von den Darlingerödern auch Großer Borrberg genannt, interessieren, starteten ihre Aktivitäten 2019 am 15. Februar mit einer Wanderung bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen bis 15 °C. Das Ziel war die Erkundung des auch vom Bergbau geprägten Sandtals sowie der sogenannten „Försterey“, die sich unterhalb des Meinebergs bis in das Heinrichstal erstreckt. Natürlich wollten wir auch der Frage nachgehen, welche Beziehungen es zum Burgberg geben könnte.

Von der Sandtalhalle ging es Richtung Süden am Waldbad vorbei in das Sandtal. Der Weg ist noch immer vom Starkregen im Juli 2017 gezeichnet. Die untere Tragschicht des Weges, deren Alter nicht genau bekannt ist, liegt noch offen zu Tage. Wahrscheinlich wird die Reparatur, hoffentlich mit Beibehaltung dieser historischen Besonderheit, noch 2019 stattfinden.

Nach Erreichen und Querung des Wanderweges R1 wurde der eigentlich schon aufgegebene Weg durch das Sandtal gewählt. Mehrere starke Regenfälle seit 2002 haben den ehemaligen Weg praktisch zum Bachbett umgeformt. Daher hat der Ortschaftsrat 2017 dem Vorschlag des Landesforstbetriebes zugestimmt, diesen Weg aufzugeben und stattdessen einen neuen Weg zu bauen, der westlich in Hanglage verlaufen wird.

Dem Bachlauf folgend erreichten wir als erstes den Christinenstollen, der vor einigen Jahren als Fledermausquartier eingerichtet wurde. Der unterhalb des Sienbergs (früher Siedenberg) gelegene Stollen könnte im Zusammenhang mit der Erwähnung in einer Urkunde der Deutschordenskommende Langeln von 1736 stehen. Der Titel dieser Akte lautet: „Acta, die vom Herrn Grafen zu Wernigerode im Ordensgehölze am Siedenberge angelegte Kupfergrube betreffend ao. 1736“.

 Danach führte uns der Weg über den Sandtalbach, also mehr in südwestliche Richtung. Das Ziel war das sogenannte Kuckucksloch. Auch hier haben wir es mit frühem Bergbau zu tun und befinden uns bereits in dem Gebiet, das in alten Karten als „Försterey“ bezeichnet wird.

Ob der Bergbau im Sandtal und die sogenannte Försterey bereits im 11. Jahrhundert eine Rolle spielten und eine Burg auf dem „Burgberg“ zu deren und zum Schutz der Wege von Kaisern diente, ist nach wie vor eine spannende, aber noch nicht beantwortete Frage.

Auf jeden Fall ist das Sandtal und das aus ihm unterhalb des Meinebergs abzweigende Heinrichstal eine beeindruckende Naturschönheit unserer näheren Umgebung.

Nach einem Anstieg, der durch sonnendurchfluteten Fichtenwald führte erreichten wir den Pissekenplatz. Von da aus ging es dann zur Stärkung auf die Plessenburg, wo Mitte Februar auf den Außenplätzen das herrlichste Wetter herrschte. Der Rückweg führte uns am Hangweg des Halberstädter Berges zurück nach Darlingerode.

(Fotos: Eberhard Schröder und Jürgen Hartmann)

 


Trug unser Kapitelsberg eine Burg?


Der Kapitelsberg im Juni vom Pahnbergshang gesehen (Foto: E. Schröder)
Der Kapitelsberg im Juni vom Pahnbergshang gesehen (Foto: E. Schröder)

Die Arbeitsgruppe Burgberg beschäftigt sich mit der Geschichte einer (möglicherweise) ehemals auf dem heutigen Kapitelsberg gelegenen Burg. Initiator der Gruppe, die Ihr Domizil auf dem Komturhof hat, ist der Mittelalterwissenschaftler Dr. Jan Habermann.

Habermann hat sich bereits in der Vergangenheit mit der Geschichte mittelalterlicher Burgen am Nordharzrand beschäftigt und dazu auch publiziert. Jetzt will sich die Gruppe dem Thema intensiver widmen.

Dabei geht es auch um Fragen wie: Trug der schroffe Bergrücken über dem Sandtal einstmals eine Höhenburg aus dem 11. Jahrhundert? Welchen Zweck hatte solch ein mögliches Bollwerk am heutigen Radwanderweg 1, dem einstmaligen Weg deutscher Könige und Kaiser? Welche Beziehungen sind zwischen dieser Stelle und ähnlichen, ehemaligen Nachbarburgen, wie etwa der Ahlsburg, der Heimburg und dem Ilsestein, denkbar? In unserer Reihe "Komm zum Komturof" hielt Dr. Jan Habermann am 9. Mai 2017 dazu einen Vortrag. Mehr...