Kurze Geschichte des Hofes


1296

Das Kloster Himmelpforten verkauft dem Deutschen Orden ein Erbgut zu Darlingerode. Dazu gehören drei bis dahin von Klosterbrüdern genutzte Höfe (Häuser) sowie zwei weitere Häuser. Für diese beiden Häuser waren dem Kloster Abgaben zu entrichten. Es gibt allerdings keinen Nachweis, dass dabei auch das heutige Museum Komturhof eingeschlossen war.

1468

Erstmalige Erwähnung als „curia de comtures“ im Urkundenbuch Kloster Ilsenburg. Der heute noch vorhandene, als Wohnhaus genutzte  Ständerbau wurde in dieser Zeit erbaut.

1554

Der Komtur Heinrich Gam (1554 -1570) bringt seine Söhne David und Dietrich Gam auf dem Komturhof unter, daher bezeichnete man den Hof um 1600 als Gamenhaus.

1609

Der Komtur Hoyer von Lauingen (1598-1625) lebte 30 Jahre mit der Tochter des Darlingeröder Komturförsters Anna Erich zusammen. Aus dieser Verbindung gingen mehrere Kinder hervor.

1614

Gräfin Adriane zu Stolberg kauft von David und Heinrich Gam den Komturhof, der jedoch weiterhin von der Komturei Langeln als Komturförsterei genutzt wird.

1638

Der Komtur Arnd von Sandow (1626-1664) hatte mit Marie Dierks, deren Herkunft nicht klar ist, den 1637 geborenen Sohn Wilhelmus. Mutter und Sohn lebten auf dem Komturhof.

1764

Den Besitztitel des Grafenhauses über den Komturhof dokumentiert eine beim Umbau der Scheune 1764 am Giebel eingelassene steinerne Tafel (nicht mehr vorhanden).

1590-

1837

Der Darlingeröder Heimatforscher Alfred Römmer kann für diesen Zeitraum neun im Komturhof wohnende Förster namentlich nachweisen.

1800

Der Komturförster Georg Wilhelm Böttcher verwaltet für den Deutschen Ritterorden den Komturforst. Das war ein zusammenhängender Hochwald von 636 Morgen.

1809-

1811

Mit der Auflösung des Deutschen Ordens ging dessen gesamter Besitz in Langeln und Darlingerode durch Kauf an den Syndikus des Ordens, Hofrat Heimbach über.

1840/

1841

Das seit 1809 freie Rittergut Langeln kauft Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode. Der Komturhof Darlingerode wird Wohnung für gräfliche Forstleute und deren Familien.

1929/

1930

Durch den Bankrott von Christian-Ernst zu Stolberg-Wernigerode gehen Komturhof und -forst an Preußen. Der Hof wird Dienstwohnung eines Holzhauermeisters der Staatsforstverwaltung.

1945/

1947

Nach der Befreiung Deutschlands vom Faschismus und der Auflösung Preußens durch den Alliierten Kontrollrat geht der preußische Besitz an das Land Sachsen-Anhalt und wird später Volkseigentum.

1990

Der Komturhof wird über viele Jahre von der LPG „Harzer Land“ als Wohnhaus genutzt.

1992

Durch Grundstückstausch wird der Komturhof kommunaler Besitz. Eigentümer ist die Gemeinde Darlingerode, seit 2009 Ortsteil der Stadt Ilsenburg.

1994

Nach fachgerechter Sanierung wird der unter Denkmalschutz stehende Komturhof Museum und Ort vielfältiger Begegnungen und Feste. Regie führt der Heimatverein.

1996

Der Heimatverein errichtet einen (Lehm)-Backofen nach historischem Vorbild. Seitdem wird – mit Holz befeuert – einmal monatlich Brot und Kuchen nach alten Rezepten gebacken.

2001

Der Heimatverein erbaut auf dem Hof ein Sägegatter. Mit dem damals bereits über 80 Jahre alten technischen Denkmal werden mehrmals im Jahr Baumstämme aus dem Gemeindewald gesägt.


Fachwerk Ständerbau des Komturhofes
Fachwerk Ständerbau des Komturhofes

Der Schweinestall Baujahr 1856
Der Schweinestall Baujahr 1856

Blick vom Hof auf das Fachwerkdoppelhaus, links der Ständerbau von 1468, rechts das Fachwerkhaus von 1764
Ansicht des Fachwerkhauses im Jahre 2016


Karte des Langelschen Komturforstes bei Darlingerode, vom Komturhof von 1468 bis 1809 verwaltet
"PLAN DERER HÖLTZUNGEN so zu der Commende Langlum gehören und genand wird AUF DEM HARTZE" (1735) Mit freundl. Genehmigung Hüttenmuseum Ilsenburg